festplatten

Festplatten

Beim Betrieb von Rechnern sollte man immer ein Auge auf seine Massenspeicher werfen. Schließlich speichert man seine Daten darauf.

Die in der nachfolgenden Anleitung beschriebenen Befehle und Vorgehensweisen können bei falscher Anwendung zum Datenverlust führen. Ich übernehme keinerlei Haftung für die Richtigkeit dieses Textes, noch für irgendwelche Schäden, die sich aus der Anwendung ergeben.

Ansprechen von Festplatten unter Linux

Festplatten werden unter Linux mit Hilfe von Gerätedateien angesprochen. Je nach Anschluss der Festplatten besitzen diese ein unterschiedliches Namensschema. Festplatten am SATA- oder SCSI-Anschluss heißen /dev/sd<x>, Festplatten am IDE-Anschluss meist ebenfalls oder /dev/hd<x>. Der Platzhalter <x> steht für einen Buchstaben mit dem die einzelnen Plattenanschlüsse unterschieden werden. /dev/sda ist also die Platte am ersten Anschuss. usw.

Die Gerätedateien der Festplatten listet das Kommando fdisk -l auf.

Test von Festplatten

Bevor man Daten auf eine neue Festplatte speichert, möchte man natürlich wissen, ob diese korrekt arbeitet. Zunächst liest man die SMART-Werte aus.

SMART aktivieren und auslesen

smartctl -a /dev/hdb

Führt dieser Befehl zu einer Ausgabe dieser Art:

[...]
SMART support is: Available - device has SMART capability.
SMART support is: Disabled

SMART Disabled. Use option -s with argument ‘on’ to enable it.

Dann ist SMART deaktiviert und muss erst aktiviert werden. Dazu muss der Befehl erneut mit dem Parameter -s on aufgerufen werden.

Ist SMART aktiviert gibt der obige Befehl eine umfangreiche Ausgabe zurück.

Interpretation der Ausgabe

[...]
SMART overall-health self-assessment test result: PASSED
[...]

Ein guter (passed Test) SMART-Gesundheitsstatus sagt bei einer neuen Platte natürlich nichts aus. Umgekehrten Fall (Failed Test) wäre die Platte defekt.

Für die SMART-Attribute einer neuen Platte gilt das, was bereits über den SMART-Gesundheitsstatus gesagt wurde. Eine neue Platte hat in der Regel gute Werte. Über Herstellungsfehler sagen diese nichts aus.

[...]
ID# ATTRIBUTE_NAME          FLAG     VALUE WORST THRESH TYPE      UPDATED  WHEN_FAILED RAW_VALUE
  1 Raw_Read_Error_Rate     0x002f   102   099   006    Pre-fail  Always       -       5081245
  3 Spin_Up_Time            0x0023   097   097   000    Pre-fail  Always       -       0
  5 Reallocated_Sector_Ct   0x0033   100   100   036    Pre-fail  Always       -       0
  7 Seek_Error_Rate         0x002f   063   060   030    Pre-fail  Always       -       2475978
 10 Spin_Retry_Count        0x0033   100   100   097    Pre-fail  Always       -       0
180 Unused_Rsvd_Blk_Cnt_Tot 0x002b   100   100   000    Pre-fail  Always       -       4294967295
[...]

Ein Auge sollte man auf den Betriebsstundenzähler und die Ein-/Ausschaltzyklen haben, um zu verhindern, dass einem eine gebrauchte Platte angedreht wurde.

[...]
ID# ATTRIBUTE_NAME          FLAG     VALUE WORST THRESH TYPE      UPDATED  WHEN_FAILED RAW_VALUE
  9 Power_On_Hours          0x0032   098   098   000    Old_age   Always       -       2142
 12 Power_Cycle_Count       0x0032   100   100   020    Old_age   Always       -       296
[...]

Man sollte die Ausgabe des obigen Befehls abspeichern, damit man später die Werte vergleichen kann.

Manueller Test

Als Test ob die Platte in Ordnung ist, sollte man die Platte komplett beschreiben und wieder einlesen. Dies dauert je nach Kapazität der Platte sehr lange. Bei einer 3 Terrabyte Platte, bei einer Datenrate von ca. 95 MByte/sek. beträgt die Dauer insgesamt über 12 Stunden.

dd if=/dev/zero of=/dev/sdb bs=1048576
dd: Schreiben von „/dev/sdb“: Auf dem Gerät ist kein Speicherplatz mehr verfügbar
2861589+0 Datensätze ein
2861588+0 Datensätze aus
3000592982016 Bytes (3,0 TB) kopiert, 31630,8 s, 94,9 MB/s
dd if=/dev/sdb if=/dev/null bs=1048576
2861589+0 Datensätze ein
2861588+0 Datensätze aus
3000592982016 Bytes (3,0 TB) kopiert, 31630,8 s, 94,9 MB/s

Danach prüft man wieder die Smartwerte.

festplatten.txt · Zuletzt geändert: 2014/09/13 19:12 (Externe Bearbeitung)

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