alix-server:installation_von_debian-linux

Installation von Debian-Linux

Da ich keinen Kartenleser für Flash-Karten besitze, und es mir eigentlich zu dumm war, diese für jeden Installationsversuch zu beschreiben, einzubauen, booten, auszubauen … usw, habe ich das Debian Installationsprogramm per Netzwerkboot (PXE) hochgefahren.

Verbinden der seriellen Schnittstelle

Vorgehensweise:

  • Rechner mit Hilfe eines 9-Pol. Nullmodemkabels verbinden.
  • Terminalprogramm starten.
  • Terminalprogramm auf die richtige Schnittstelle mit den Verbindungsparametern 8 Datenbit, kein Paritätsbit, 1 Stoppbit und softwaregesteuerte Flusskontrolle einstellen. Die Geschwindigkeit beträgt standardmäßig 38400 bit/sek.
  • Das Fenster des Terminalprogramms etwas größer ziehen. Für die Darstellung werden mindestens 40 Zeilen benötigt.

Als Terminalprogramm eignet sich gtkterm, mit der Ausnahme, dass der Editor nano nicht bedienbar ist.

Minicom funktioniert auch, ist allerdings nicht Unicodefähig. Man sollte es in einem passenden Terminal mit passender Locale starten.

Anschluss des Netzwerkkabels

Die Netzwerkbuchse für den PXE-Boot befindet sich neben den USB-Ports.

Installation und Starten des tftp-Servers
  • Download des angepassten Windows-tftpd32-Servers.
  • Entpacken des Servers in ein Verzeichnis der Virtualbox-Windows-Emulation, deren emulierte Netzwerkkarte als Hostinterface (Bridge) konfiguriert ist.

Einige Dateien des Archivs sind sind veraltet, was zu der Fehlermeldung des Installers führt, dass er die Kernel-Module nicht laden kann. Diese Dateien werden nun aktualisiert:

  • Download der Dateien pxelinux.0, linux und initrd.gz, entweder für Lenny oder Squeeze
  • Ersetzen dieser Dateien im Verzeichnis des Servers und im Unterverzeichnis debian-installer\i386

Starten des Servers:

  • Ausführen von tftpd32.exe.

Obwohl ich befürchtet hatte, dass zwei DHCP-Server im Netz zur Konfusion führen, war dies nicht der Fall. tftpd32 hatte immer Priorität gegenüber dem bereits vorhandenen.

  • Einstellungen des Servers prüfen und anpassen. Die IP-Adresse des Servers sollte den Windows-Einstellungen entsprechen.
Starten des Rechners

Der Rechner startet mit der Spannungsversorgung. Für eine größere Anzahl von Boot- und Installationsversuchen empfiehlt es sich eine Steckerleiste mit Schalter zu beschaffen, statt immer das Netzteil aus- und einzustecken.

  • Netzteil einstecken
  • Während des Speichertests 's' drücken und PXE-Boot auswählen.

Es sollte nun das Installer boot menu dargestellt werden. Um die Ein/Ausgabe des Installers über die serielle Schnittstelle einzustellen müssen die Boot-Parameter editiert werden:

  • TAB drücken und die Bootparameter von:
    debian-installer/i386/linux vga=normal initrd=debian-installer/i386/initrd.gz -- quiet

    auf

    debian-installer/i386/linux vga=normal initrd=debian-installer/i386/initrd.gz console=ttyS0,38400n8  

    anpassen.

Debian Installation

Nun wird der Installerkernel gebootet und das Installationsprogramm ausgeführt. Die eigentliche Installation wird hier nicht beschrieben.

Einige Dinge sind zu beachten:

  • Vor der Netzwerkkonfiguration ist der tftpd32 zu beenden.
  • Als zusätzliche Software ist der Open-SSH-Server zu installieren.
  • Es ist ein Bootloader zu installieren. Dabei habe ich zunächst Grub 2 installiert und bin später zu Grub Legacy (Grub 1) gewechselt, da ich festgestellt habe, dass die Ein- und Ausgabe von Grub 2 über die serielle Schnittstelle grob fehlerhaft ist.
  • Vor Abschluss der Installation ist die Kommandozeile aufzurufen und die Bootloader-Konfiguration mit dem Editor nano anzupassen um die Ein-/Ausgabe des Bootloaders und des Kernels über die serielle Schnittstelle laufen zu lassen.
    • Bei Grub 2 werden dazu in der Datei /etc/dafault/grub folgende Zeilen geändert oder eingefügt:
      GRUB_TERMINAL=serial
      GRUB_SERIAL_COMMAND="serial --unit=0 --speed=38400 --word=8 --parity=no --stop=1"
      GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="console=ttyS0,38400n8"

      Danach ist das Kommando update-grub auszuführen um die Einstellungen in die Datei /boot/grub/grub.cfg zu schreiben, die von Grub gelesen wird.

    • Für Grub Legacy siehe nächstes Kapitel.

Nach dem Reboot wird die Installation abgeschlossen:

  • Während des Speichertests 's' drücken und PXE-Boot abwählen.

Austausch von Grub 2 durch Grub Legacy

Nachdem ich festgestellt habe, dass Grub 2 mittels serieller Kommunikation nicht bedienbar ist und ich diesen Fehler auch nicht beheben konnte, habe ich Grub 2 durch Grub Legacy ersetzt:

  • Installation des Pakets grub-legacy mit aptitude. Grub 2 wird dabei automatisch deinstalliert.
  • Ausführen von update-grub um die Konfigurationsdatei /boot/grub/menu.lst zu erzeugen.
  • Konfiguration, dass die Ein- und Ausgabe von Grub über die serielle Schnittstelle erfolgt:
    Einfügen dieser Zeilen am Anfang der Konfigurationsdatei:
    ## Serial Terminal
    serial --unit=0 --speed=38400
    terminal serial
  • Konfiguration, dass die Ein- und Ausgabe des Linuxkernels über die serielle Schnittstelle erfolgt:
    In der Konfigurationsdatei werden im Kommentarblock die default kernel options (Variable kopt) definiert. Hier ist der Parameter console=ttyS0,38400n8 anzufügen. Dies sieht beispielsweise so aus:
    ## default kernel options for automagic boot options
    [...]
    # kopt=root=UUID=7a02dc5-aab7-41d5-a743-4659f2a16131 ro console=ttyS0,38400n8
  • Ausführen von update-grub um die Konfigurationsdatei /boot/grub/menu.lst anhand des Kommentarblocks zu aktualisieren.
  • Installation des Bootloaders mit dem Kommando grub-install /dev/hda in den Master-Boot-Record der Speicherkarte.
alix-server/installation_von_debian-linux.txt · Zuletzt geändert: 2014/09/13 19:12 (Externe Bearbeitung)

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