dvb:schneiden_und_cd_erstellen

Schneiden mit ProjectX

Der Folgende Text bezieht sich lediglich auf die Bearbeitung von SD/DVB-Aufnahmen. HD-Aufnahmen können so nicht bearbeitet oder erzeugt werden

Installation

ProjectX ist ein Java-Programm. Um dieses ausführen zu können muss erstmal Java installiert sein.

ProjectX ist aus patentrechtlichen Gründen offiziell ausschließlich als Quellcode downloadbar. Nach den herunterladen ist es nach der beigelegten Anleitung zu übersetzen und konfigurieren.

Schneiden

Nach dem Start zeigt ProjectX seine komplizierte Oberfläche:

Um Anfang und Ende einer aufgezeichneten Sendung zu schneiden führe ich 8 Schritte aus:

  1. Auswahl des Ausgabeverzeichnisses. Nach Anklicken des im Bild gezeigten Buttons öffnet sich ein Dateidialog. Dort das Verzeichnis oder alternativ eine Datei im gewünschten Verzeichnis auswählen.
  2. Auswahl der zu bearbeiteten Datei.
  3. Suchen des Anfangs der Sendung. Mithilfe der verschiedenen Schaltflächen kann man in verschiedenen Schrittweiten Vorwärts- und Zurückspringen.
  4. Festlegen des Schnitt-Startpunkts.
  5. Suchen des Endes der Sendung.
  6. Festlegen des Schnitt-Endpunkts
  7. Öffnen des Prozess-Dialogs. Dort die Aktion demux auswählen und ausführen. Die dabei erzeugten Dateien werden im Ausgabeverzeichnis abgelegt.
  8. Löschen des Bearbeitungszustandes von ProjectX. Danach kann mit der nächsten Datei in gleicher Weise verfahren werden.

Ausgabe

Um wieder zu einer von DVD-author verarbeitbaren vob-Datei zu gelangen, sind zwei alternative Vorgehensweisen möglich:

demuxen und mit mplex wieder muxen

Die Aktion demux trennt Audio- und Videostream in zwei Dateien auf, die erst wieder zusammengefügt (gemuxt) werden müssen. Um daraus eine vob-Datei zu generieren verwende ich das Programm mplex aus dem Paket mjpegtools von deb-multimedia.org zum Beispiel wie folgt:

x="2005-10-23-7#09-24-01#dvb#arte"
mplex -f 8 -V -v 1 -o "$x".vob "$x".m2v "$x".mp2
reqantisieren

Zeichnet sich ab, dass das Resultat nicht auf eine DVD passt, kann man vor dem muxen die Video-Datei mit dem Programm M2VRequantiser aus dem gleichnamigen Packet verkleinern. Die Befehle

x="2005-10-23-7#09-24-01#dvb#arte"
M2VRequantiser 1.06 `stat --printf="%s" $x.m2v` < $x.m2v > $x.q.m2v

generieren eine um den Faktor 1/1.06 kleinere Videodatei.

Um diesen Faktor zu berechnen eignet sich folgende Formel:

Faktor=<Größe Videodatei>/(<Größe DVD>/1.03-<Größe Audiodatei>)

Programmstream mit mplayer umwandeln

Die Aktion „to M2P“ erzeugt eine MPEG-Datei. Um diese wieder mit DVD-Author verarbeiten zu können, wird sie mit mencoder zurück konvertiert. Beispiel:

x="2005-10-23-7#09-24-01#dvb#arte"
mencoder "$x".m2p -o "$x".vob -of mpeg -mpegopts 'format=dvd' -oac copy -ovc copy;

Fehlerkorrektur

Der mit mplayer aufgezeichnete MPEG2-Datei weist je nach Empfangsgüte des Satellitensignals Fehler auf. Für das Abspielen der Dateien ist die Robustheit des Players gegenüber diesen Fehlern relevant. Ein wenig robuster Player hängt oder stürzt ab, wenn er mit Fehlern überhäufte MPEG2-Dateien abspielt.

Die ProjectX-Aktion demux korrigiert solche Fehler weitgehend, so dass nach dem muxen eine überwiegend formal korrekte Datei entsteht. Allerdings wird dann manchmal der Dateiinhalt kaputt korrigiert, also Tonaussetzer usw. in die Datei eingebaut. Zur Vorsicht sollte man die Logmessages im Prozessdialog der Aktion demux kontrollieren und bei vielen auftauchenden Fehlern das erzeugte Ergebnis prüfen.

Die ProjectX-Aktion to M2P weist IMHO keine besondere Korrektur auf, so daß hier auch nichts verschlechtert wird. Welche der Methoden zum Ziel führt, ist unterschiedlich. Mal ist es die eine, dann die andere, abhängig vom bearbeiteten Material.

DVD erzeugen und brennen

Das erzeugen der DVD läuft in 3 Schritten ab:

Die mit dieser Methode erzeugten DVDs sind nicht standardkonform, wenn Datenrate und Auflösung des Senders vom DVD-Standard abweichen. Aber üblicherweise werden Sie von den handelsüblichen Playern abgespielt.

Erzeugen der DVD-Datenstruktur

Um mit den geschnittenen Sendungen eine DVD erzeugen, benutze ich ich das Programm DVDauthor. Dieses Programm benötigt als Eingabe eine XML-Datei, die die zu erzeugende DVD-Strukur beschreibt. Ein simples Beispiel für eine solche Datei, das einfach einen Film (video.mpg) ohne Menüs, Kapitelauswahl und sonstigen Schnickschnack auf DVD bannt sieht wie folgt aus:

<dvdauthor>
    <vmgm />
    <titleset>
        <titles>
            <pgc>
                <vob file="video.mpg" />
            </pgc>
        </titles>
    </titleset>
</dvdauthor>

Mit dem Befehl

dvdauthor -o dir -x config-file.xml

wird im Verzeichnis dir, die in der Datei config-file.xml beschiebene Datenstruktur angelegt.

Erzeugen des DVD-Images

Das DVD-Image erzeugt das Programm mkisofs mit der DVD-Stuktur im Verzeichnis dir, wenn es mit folgenden Befehl aufgerufen wird:

mkisofs -dvd-video -o dvd.iso dir

Das Ergebnis ist eine Datei dvd.iso, die alle Daten der DVD enthält.

Brennen des DVD-Images

Ich verwende das Programm growisofs um die DVD zu schreiben. Das Image schreibe ich zum Beispiel nun mit folgenden Befehl auf die DVD:

growisofs -dvd-compat -Z /dev/brenner=dvd.iso

Man kann die letzten 2 Schritte auch kombinieren:

growisofs -dvd-compat -Z /dev/brenner -dvd-video dir

growisofs ruft dann implizit mkisofs auf, und erzeugt die zu schreibenden Daten während des Brennens.

dvb/schneiden_und_cd_erstellen.txt · Zuletzt geändert: 2017/01/16 23:56 von michael

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